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„Wir wollen die musikalischen Schätze des Barock und der Klassik aus Westfalen zu neuem Leben erwecken.“

 
 

Die Pariser Konzertkultur in Westfalen

Viele westfälische Adelshäuser orientierten sich im 18. Jahrhundert in der Architektur ihrer Residenzen, ihrem höfischen Leben und in der Musikpflege am französischen Königshof. Das architektonisch wohl bekannteste Beispiel bildet im Münsterland das oft „Westfälisches Versailles“ genannte Wasserschloss Nordkirchen. Auch die Konzertgalerie des Steinfurter Bagno und die dortigen Konzerte der Grafen zu Bentheim und Steinfurt orientierten sich an Pariser Vorbildern.


Was also lag näher, als für die Wiederbelebung der musikalischen Schätze des 18. Jahrhunderts aus Westfalen mit einer Konzertreihe unter dem Motto „Paris!“ zu starten?

 

Bisherige Konzerte

Unser Konzertprogramm enthält Werke der wichtigsten Vertreter des Pariser Musiklebens des Barock und der Klassik:

  • François-Joseph Gossec: Sinfonia op. V, No. 3 D-Dur, „La Pastorella“

  • François Devienne: Konzert für Traversflöte Nr. 6 D-Dur

  • Johann Friedrich Klöffler: Symphonie périodique No. 23 D-Dur

  • Franz Joseph Haydn: Symphonie Nr. 87 A-Dur Hob. I:87, „Pariser Symphonie“

 
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François-Joseph Gossec

François-Joseph Gossec gehörte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu den bekanntesten und innovativsten Musikern und gilt als Trendsetter unter den französischen Sinfoniekomponisten seiner Zeit. Gossecs Sinfonia op. V, No. 3 D-Dur, „La Pastorella“ weist einen deutlich pastoralen Charakter auf, der vor allem von den schon damals mit Naturlauten in Verbindung gebrachten Blasinstrumenten getragen wird; damit war sie wie geschaffen für eine Aufführung an den ländlich gelegenen Residenzen Westfalens.

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François Devienne

François Devienne galt damals als der bekannteste Komponist und Interpret virtuoser Solokonzerte für Fagott und Traversflöte und als einer der bedeutendsten Professoren für die Flöte. So verwundert es nicht, dass er sein Konzert für die Traversflöte Nr. 6 D-Dur für sich selbst mit hohen technischen Anforderungen komponiert hat. Diese  Herausforderung reizte auch Graf Ludwig zu Bentheim und Steinfurt (1756-1817), der das Konzert selbst gespielt hat.

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Johann Friedrich Klöffler

Johann Friedrich Klöffler war der erste und zugleich bekannteste Burgsteinfurter Hofkapellmeister, er erfreute sich zu Lebzeiten durch die Publikation seiner Werke bei bedeutenden Amsterdamer Verlegern internationaler Bekanntheit. Seine Symphonie périodique No. 23 D-Dur vereinigt den bei westfälischen Adelsfamilien des 18. Jahrhunderts besonders geschätzten Mannheimer und Pariser Stil mit einem Solosatz für die Traversflöte.

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Franz Joseph
Haydn

Franz Joseph Haydn gehört zu den drei großen Wiener Klassikern. Er komponierte seine Pariser Sinfonien als Auftragswerke für die Konzertreihen der freimaurerischen „Société Olympique“ in Paris. Seine Symphonie Nr. 87 A-Dur Hob. I:87, „Pariser Symphonie“ gehörte mit den typisch Haydnschen Stilmerkmalen wie großer Bläserbesetzung und bestechender Themenentwicklung zu den dominierenden Werken des Pariser Konzertlebens im ausgehenden 18. Jahrhundert.

 

Bagno Konzertgalerie in Steinfurt

1. Juli 2022 um 20.00 Uhr in der Bagno-Konzertgalerie in Steinfurt

Abtei Marienmünster

2. Juli 2022 um 19:00 Uhr in der Abtei Marienmünster

Schloss Nordkirchen - Oranienburg

3. Juli 2022 um 18:00 Uhr im Schloss Nordkirchen - Oranienburg

Erbdrostenhof Münster

4. Juli 2022 um 20:00 Uhr im Erbdrostenhof Münster

 
 

Barockmusik in Westfalen

 

Die Historie: Westfalen als „Hotspot“ der Musik im Übergang vom Barock zur Klassik

In der Zeit des Barock und der Klassik entwickelte sich an den Residenzen westfälischer Adelsfamilien eine rege Konzertkultur, die sich mit dem in dieser Zeit in Deutschland als Vorbild verstandenen Mannheimer Hof und der großartigen Barockmusik Mitteldeutschlands vergleichen lässt.

Insbesondere die Grafen und späteren Fürsten zu Bentheim mit ihren beiden Linien Steinfurt auf Schloss Burgsteinfurt sowie Tecklenburg auf den Schlössern Hohenlimburg und Rheda, aber auch die Grafen von Plettenberg und die verwandtschaftlich mit ihnen verbundenen Freiherren von Ketteler auf Schloss Nordkirchen und Haus Harkotten waren in Westfalen prägend für das Musikleben dieser Zeit. Heute werden wesentliche Teile der Musikaliensammlungen aus den westfälischen Adelshäusern in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster aufbewahrt.

 
 

Die Idee: Historische Werke klangvoll neu entdecken

Die viel beachtete Konzertreihe „Musik an Westfälischen Adelshöfen“ unter der Leitung des WDR und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe würdigte die reiche barocke Musiktradition Westfalens bereits in den frühen 90er-Jahren.


Die Erinnerungen an eine glanzvolle Epoche des musikalischen Lebens in Westfalen werden mit „La Fonte“ in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt und klingend erfahrbar gemacht. Dazu werden ausgewählte Werke aus den überlieferten Quellen und Notensammlungen aus der Universitäts- und Landesbibliothek in Münster sowie aus Arnsberg und Bad Berleburg wieder spielbar gemacht. Ein Ensemble aus hochrangigen Spezialisten der historischen Aufführungspraxis spielt diese großartige Musik an ihren Orginalschauplätzen.

 

Die Initiatoren: Münster und die Liebe zur alten Musik

Spiritus Rector der Initiative zur Wiederbelebung der Barockmusik und Klassik westfälischer Adelshöfe ist Fabrizio Ventura, von 2007–2017 Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Sinfonieorchesters der Stadt Münster. In dieser Zeit hat er u.a. das Festival MUSICA SACRA MÜNSTER ins Leben gerufen und die Tage der Barockmusik am Theater Münster mit neuen musikalischen Impulsen bereichert. Heute ist er als freier Dirigent und regelmäßiger Gastdirigent u.a. bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und den Internationalen Händel-Festspielen in Göttingen tätig.

 
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Aus der Vielfalt der überlieferten Musikalien hat der Musikwissenschaftler PD Dr. Daniel Glowotz vom Musikwissenschaftlichen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität gemeinsam mit Fabrizio Ventura für das Startprojekt „Paris!“ geeignete und thematisch zusammengehörige Werke ausgewählt und diese in moderne Notenschrift übertragen.

 

In den nächsten Jahren werden die wechselseitigen Bezüge zwischen dem Musikleben an westfälischen Adelshöfen und der Entwicklung der Barockmusik und der Klassik in Europa rekonstruiert. Unterstützt wird diese Initiative von Burkard Rosenberger, der an der Universitäts- und Landesbibliothek Münster als Fachreferent für die Musiksammlungen westfälischer Adelshäuser verantwortlich ist.

 
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Das Orchester

Gemeinsam gelebte Leidenschaft für die alte Musik

Ausgewiesene Expertinnen und Experten der historischen Aufführungspraxis aus ganz Europa mit langjährigen Erfahrungen in renommierten Ensembles der alten Musik konnten für das Projekt Paris! im Sommer 2022 gewonnen werden. Sie brennen leidenschaftlich darauf, bekannte Werke der großen Komponisten des 18. Jahrhunderts mit frischem Leben zu füllen, wiederentdeckte Werke westfälischer Komponisten kennenzulernen und ungewöhnliche Formate zu entwickeln. Solist auf der Traversflöte ist François Lazarevitch, der weltweit als für seine einfallsreichen Interpretationen traditioneller französischer Musik und die Raffinesse seiner Phrasierungs- und Verzierungskunst bekannt ist.

 
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Der musikalische Leiter und Dirigent Fabrizio Ventura hat eigens für die Konzerte im Sommer 2022 das Barockensemble LA FONTE – Westfälisches Barockorchester mit diesen herausragenden Musikerinnen und Musikern zusammengestellt. Die historische Verpflichtung gegenüber seinem Repertoire spiegelt sich im Namen des Orchesters wider. La Fonte verweist auf die Quelle der Musik des Barock und der Klassik in Frankreich und Italien.

 
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Fabrizio Ventura, von 2007–2017 Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Sinfonieorchesters der Stadt Münster. In dieser Zeit hat er u.a. das Festival MUSICA SACRA MÜNSTER ins Leben gerufen und die Tage der Barockmusik am Theater Münster mit neuen musikalischen Impulsen bereichert. Heute ist er als freier Dirigent und regelmäßiger Gastdirigent u.a. bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und den Internationalen Händel-Festspielen in Göttingen tätig.

 

Die Förderer

Der im Februar 2022 gegründete Verein zur Förderung der Barockmusik in Westfalen e.V. unterstützt das Projekt „Paris!“ und die Konzerte des Orchesters LA FONTE – Westfälisches Barockorchester organisatorisch und finanziell. Zweck des Vereins ist die wissenschaftlich abgesicherte Erschließung der historischen Musiksammlungen des Barock und angrenzender Musikepochen in Westfalen sowie deren Darbietung in öffentlichen Konzerten.


Die Realisierung des ambitionierten Vorhabens wäre nicht möglich ohne das Engagement und die großzügige finanzielle Unterstützung engagierter Förderer, denen wir sehr herzlich danken.

 
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Der Verein zur Förderung der Barockmusik in Westfalen e. V. erfüllt die satzungsgemäßen Voraussetzungen nach den §§ 51, 59, 60 und 61 AO. Er fördert Kunst und Kultur nach § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 AO und ist berechtigt, für Spenden und Mitgliedsbeiträge Zuwendungsbestätigungen auszustellen.

 

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG

Verein zur Förderung der Barockmusik in Westfalen e.V.

Dechaneistraße 6
48145 Münster

Vereinsregister: VA 6104

Registergericht: Amtsgericht Münster


Vertreten durch:

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